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Ryan Prince




Ryan Prince (*1991) ist ein in London ansässiger Dokumentar- und Porträtfotograf. Prince nutzt die Kamera als Mittel, um Themen zu erforschen, die sich um seine Identität als schwarzer Brite aus der jamaikanischen Diaspora drehen. Im Jahr 2021 schloss er seinen Masterstudiengang in Dokumentarfotografie und Fotojournalismus an der University of Westminster ab.

 

Das Projekt Can you sit for me untersucht das Thema des „dominanten Regimes der Repräsentation“ – ein Begriff, den Stuart Hall geprägt hat, um die Idee der massenhaften Stereotypisierung einer Personengruppe durch die Medien zu beschreiben. Zum Beispiel, wie der schwarze Mann als gewalttätig oder aggressiv dargestellt werden kann und der Körper der schwarzen Frau als hypersexualisiert und sogar als unweiblich. Mich interessiert, ob dieses dominante Regime in Frage gestellt und angefochten werden kann und wie das aussehen könnte.

Eine Möglichkeit, diesen rassistischen Blick in Frage zu stellen, besteht meiner Meinung nach darin, dass Schwarze sich selbst darstellen. Eine der einfachsten Methoden hierfür sind Familienarchive und Familienporträts. Ich glaube, dass es eine große Kraft birgt, wenn Schwarze die Hoheit über ihre eigene Darstellung übernehmen, Geschichten erzählen, die noch nicht erzählt wurden, und Identitäten beleuchten, die aufgrund von Stereotypen oft verloren gehen.

Auf einer anderen Ebene interessiert mich auch die Idee der „familiären Mythologie“, ein Begriff, den John Byng-Hall in „Re-editing Family Mythology during Family Therapy“ verwendet. Eine familiäre Mythologie besteht aus falschen oder verfälschten Überzeugungen über die Gegenwart, die in Verbindung mit Familienlegenden (wie jedes Familienmitglied bestimmte familiäre Ereignisse oder Beziehungen erinnert und wahrnimmt) diese Überzeugungen dann stützen. „ „Das Überarbeiten von Mythen bedeutet, Familien in die Lage zu versetzen, ihre Beziehungen und ihre Selbstwahrnehmung zu verändern“ – John Byng-Hall

Ich nutze also meine eigene Familie als Ausgangspunkt, um Themen rund um die Wahrnehmung und Darstellung des schwarzen Körpers zu reflektieren. Wie eine Typologie einer modernen schwarzen Familie aus London jenseits bestimmter Stereotypen aussehen könnte. Wie positive Bildsprache dazu beitragen kann, diesen rassistischen Blick in Frage zu stellen. Und schließlich, wie die Kamera und der Akt des Fotografierens ein Mittel sein können, um familiäre Bindungen zu erforschen. - Ryan Prince

 

 

Can you sit for me